Harninkontinenz und Beckenbodendefekte
Beschwerden im Bereich des Beckenbodens mit Senkungszuständen, Harn- oder Stuhl-Inkontinenz stehen bei den Frauen an erster Stelle aller chronischer Leiden. Mehr als 5 Millionen Frauen sind in Deutschland davon betroffen, das Verhältnis von Frauen zu Männern beträgt 10 : 1. Damit sind urogynäkologische Probleme häufiger als Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes, werden aber wesentlich seltener erfasst. Dabei leiden nicht nur reife Frauen unter derartigen Beschwerden.
8 – 10 % aller Frauen klagen bereits vor dem 30. Lebensjahr über eine Harninkontinenz, bis zum 50. Lebensjahr sind es 45 % und jenseits des 65. Lebensjahres über 60 %. Die wesentlichsten Ursachen dafür sind mehrere oder schwierige Geburten, Übergewicht, alterbedingter Östrogenmangel, Bindegewebsschwäche und Unterleibsoperationen.
Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik
Die Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz hat sich auf die Behandlung von Frauen mit Blasen- und Senkungsproblemen spezialisiert und bietet innovative Therapiemöglichkeiten an.
Trotz großer Heilungschancen behalten viele Betroffene ihr Problem für sich und nehmen Einschränkungen im täglichen Leben, Depressionen, sogar soziale Isolation in Kauf – Die Scham ist zu groß. Dabei sollte Inkontinenz kein Tabuthema mehr sein.
Das qualifizierte Ärzteteam der Fachabteilung für Gynäkologie der Sächsischen Schweiz Klinik Sebnitz ist auf die Behandlung von Frauen mit Blasen- und auch mit Senkungsproblemen spezialisiert und ist als zertifizierte Beratungsstelle der Deutschen Kontinenzgesellschaft zugelassen. Die Patientinnen können hier von modernen urogynäkologischen Untersuchungsmethoden und wirksamen Verfahren der konservativen und operativen Behandlung profitieren.
Wichtig ist eine fundierte Diagnostik, um für jede Patientin die individuelle Therapie nach aktuellen Leitlinien festzulegen.
Nach der Auswertung der Untersuchungsergebnisse wird gemeinsam mit der Patientin die für sie optimale Behandlung besprochen. In leichteren Stadien kann schon ein Training der Beckenbodenmuskulatur oder eine medikamentöse Behandlung helfen. Reicht das nicht aus, stehen operative Verfahren bis hin zu Band- und Netzeinlagen oder eine Unterspritzungstherapie zur Verfügung. Früher waren da sehr belastende und aufwändige Operationen nötig, heute nutzen wir wesentlich schonendere Verfahren und minimal-invasiven Techniken. Ziel der Therapie ist es, unseren Patientinnen wieder zu körperlichem und seelischem Wohlbefinden zu verhelfen und ihre Lebensqualität wesentlich zu verbessern.
Untersuchungsmethoden:
- Anamnese- und Inkontinenz-Fragebogen
- Gynäkologische Untersuchung
- Harnuntersuchung
- Ultraschalluntersuchung mit Restharnbestimmung
- Urodynamische Messung
- Blasenspiegelung
- Ergänzende neurologische Untersuchungen
Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot
Ca. 30 – 50 % der Operationen können durch eine konservative Therapie vermieden werden, wie z.B.
- Training der Beckenbodenmuskulatur
- Elektrotherapie
- Östrogentherapie
- Gewichtsreduktion
- Therapie anderer Ursachen, welche die Entstehung einer Inkontinenz fördern
- Therapie einer Harnwegsinfektion
- Medikamentöse Therapie
Folgende operative Therapien sind möglich:
- Einlage eines Kunststoffbandes unter die mittlere Harnröhre (TVT oder TOB)
- Einspritzung in die Harnröhre (paraurethrale Injektion)
- Anheben der Harnblase über einen Bauchschnitt
In unserer Klinik existiert ein urodynamischer Messplatz mit der gleichzeitigen Möglichkeit, eine gynäkologischen Untersuchung und Sonografiekontrolle sowie eine Blasenspiegel durchzuführen. Alle Befunde werden gemeinsam mit der Patientin besprochen und dann die besten Behandlungsmöglichkeiten empfohlen.
Nach Ausschöpfung der konservativen Therapie und erfolgter operativer Therapie werden die Patientinnen gemeinsam mit ihren Gynäkologen und uns im engen Kontakt betreut.
Gern können Sie sich im Rahmen unserer Urogynäkologischen Sprechstunde individuell beraten lassen.
Sprechen Sie uns an
Kathrin Vogel
Chefarztsekretariat
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