Spitzenleistungen im Endoprothetikzentrum der Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen: Prof. Dr. Salem im Interview mit der HNA
In Deutschland werden jährlich rund 400.000 künstliche Gelenke implantiert. Moderne Endoprothetik ermöglicht vielen Patienten weniger Schmerzen, eine verbesserte Mobilität und mehr Lebensqualität. Im Interview spricht Prof. (Univ.-Kairo) PD Dr. med. Khaled Salem, Sektionsleiter der Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Leiter des zertifizierten Endoprothetikzentrums (EPZ) an der Asklepios Stadtklinik in Bad Wildungen, über die hohen Anforderungen an die Qualität von Gelenkersatz. Er erklärt außerdem, wie moderne Verfahren und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu einer optimalen Patientenversorgung beitragen.
Herr Prof. Dr. Salem, an die Endoprothetik werden höchste Qualitätsansprüche gestellt. Wie sind diese definiert und wie werden sie überprüft?
Kliniken können sich durch unabhängige Fachexperten (EndoCert) als Endoprothetikzentrum zertifizieren lassen. Grundsätzlich wird dabei ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung verlangt. Zudem werden hohe Ansprüche an Strukturen, Prozesse und Ergebnisqualität gestellt, die wir erfüllen müssen. Das heißt, zahlreiche Kriterien werden überprüft, die für eine reibungslose und patientenorientierte Versorgung notwendig sind. Zudem kommen alle medizinischen, pflegerischen und physiotherapeutischen Standards der Endoprothetikversorgung auf den Prüfstand. Auch die Implantatsicherheit, die Abläufe in der Klinik, die Fort- und Weiterbildung, aber auch die chirurgische Expertise der Operateure sowie die Komplikationsrate stehen im Fokus. Unser EPZ ist seit 2011 durchgängig zertifiziert, als Ausdruck für die vollumfängliche Erfüllung dieser hohen Anforderungen und Qualitätsstandards wurde es kürzlich für die kommenden drei Jahre rezertifiziert.
Lassen sich Endoprothetikzentren somit vergleichen?
Ja, beispielsweise über das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD), in dem wir gelistet sind. Ziel dieses Gemeinschaftsprojekts von Ärzten, Kliniken, Krankenkassen und Industrie ist es, die Qualität und Sicherheit von Endoprothesen generell zu verbessern. Dazu sammelt das EPRD Daten zu endoprothetischen Eingriffen und wertet diese aus. Die Auswertungen stützen sich auf zahlreiche Patientenakten und ziehen weitere Faktoren wie Implantattyp, Operationsmethoden und die langfristigen Operationsergebnisse im deutschlandweiten Vergleich mit ein. Unserem Endoprothetikzentrum wurde nun bestätigt, dass es über ein exzellentes Leistungsspektrum in der endoprothetischen Versorgung im bundesweiten Vergleich verfügt. Damit gehört das EPZ der Stadtklinik Bad Wildungen zu einer der besten Adressen für endoprothetische Eingriffe in Deutschland.
Was genau umfasst Ihr Behandlungsspektrum?
Wir versorgen Patienten mit modernen Endoprothesen, wir setzen also künstliche Gelenke ein oder tauschen diese bei Bedarf aus. In erster Linie geht es dabei um Knie-, Hüft- oder Schultergelenke. Unsere Leistungen reichen von der Diagnostik mittels Röntgen, Computertomografie (CT) beziehungsweise Gelenkspiegelung über eine computergestützte Prothesenplanung für die optimale Anpassung und die Implantation des Gelenkersatzes bis hin zur Nachsorge.
Wer zählt zu Ihrem Patientenkreis?
Allgemein betrifft das Thema Endoprothetik in erster Linie ältere Menschen mit verschleißbedingten Erkrankungen der Gelenke. Zu den häufigsten Fällen zählt hier die primäre Arthrose. Aber unsere Spezialisten behandeln auch junge Patienten, etwa nach Sportverletzungen oder Unfällen beziehungsweise anlagebedingten Gelenkdeformierungen.
Wie nehmen Sie die Eingriffe vor?
Unser Team aus erfahrenen Operateuren nimmt das Einsetzen oder den Austausch von künstlichen Gelenken direkt hier in der Klinik vor. Dabei wählen wir ein minimalinvasives Verfahren, das viele Vorteile bietet, wie eine kürzere OP-Dauer und weniger Blutungen. Zudem müssen während der Operation Muskeln und Sehnen nicht durchtrennt werden. Das führt zu einer wesentlich schnelleren Erholung der Patienten. Aber ich möchte betonen, dass jede Behandlung eine Teamleistung ist. Neben den Hauptoperateuren gehören dazu auch das gesamte OP- und Anästhesie-Team sowie die Pflegekräfte, Therapeuten oder der Sozialdienst. Nur wenn hier alle Rädchen ineinandergreifen, kann eine bestmögliche Versorgung gewährleistet werden.
Welche Prothesen verwenden Sie?
Wir bevorzugen zementfreie Prothesen an der Hüfte und zementierte Prothesen am Kniegelenk. Bei unseren Arthrose-Patienten arbeiten wir mit hochwertigen Gleitflächen. Bei unseren jüngeren, von Hüftarthrose betroffenen Patienten, die ansonsten eine gute Knochenqualität haben, verwenden wir moderne Kurzschaftprothesen, um den gesunden Knochen weitestgehend zu erhalten, sofern eine feste Verankerung der Prothese gegeben ist. Allerdings ist die Wahl der Prothese und des OP-Verfahrens abhängig von individuellen Gesichtspunkten, wie Befund und Alter des Patienten. In einem ausführlichen Vorgespräch wird das beste Vorgehen gemeinsam mit den Patienten besprochen. Seit Anfang des Jahres bieten wir übrigens auch eine bequeme Online-Buchung für die chirurgischen und orthopädischen Indikationssprechstunden an.
Was kann ein künstlicher Gelenkersatz leisten und welchen Grad an Mobilität kann er gewährleisten?
Grundsätzlich können moderne Endoprothesen ein natürliches Gelenk ersetzen, allerdings braucht es etwas Übung, um mit der Prothese wieder die vollständige Mobilität zurückzuerlangen. Es ist also immer das Ziel, den Patienten ihre Beweglichkeit und damit auch Lebensqualität zurückzugeben. Entsprechend wichtig ist eine gute Rehabilitation nach dem Eingriff. Dafür bietet sich Bad Wildungen als exzellenter Reha-Standort an. So liegt etwa die Asklepios Helenenklinik direkt gegenüber, sodass wir dort eine integrierte Versorgung anbieten können. Das bedeutet, der Operateur hat die Genesungsfortschritte des Patienten persönlich im Blick. Betagte Patienten, die auf Hilfe angewiesen sind oder bei denen weitere Begleiterkrankungen vorliegen, können zudem in unserer Geriatrie der Stadtklinik Bad Wildungen erfolgreich rehabilitiert werden.

Zur Person
Prof. Dr. med. Khaled Hamed Salem wurde 1974 in Kairo geboren, wo er 1995 sein Medizinstudium abschloss. Seit 2004 ist er Facharzt für Orthopädie. Prof. Dr. Salem ist seit 2011 Privatdozent an der Universität Aachen und hat seit 2014 zudem eine Professur an der Uni Kairo inne. Seit Mitte 2024 leitet er die Orthopädie und Unfallchirurgie sowie das Endoprothetikzentrum an der Asklepios Stadtklinik in Bad Wildungen. Prof. Dr. Salem ist verheiratet und hat zwei Kinder. Einen Ausgleich zur Arbeit findet er beim Fußball- oder Tennisspielen.
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Bettina Steinmetz
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