Asklepios Westklinikum Hamburg
Abteilung für Kardiologie
Suurheid 20
22559 Hamburg
(0 40) 81 91-29 51
Was Sie wissen sollten
Wenn das Herz nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, kann dies zu einer Angina pectoris (Brustenge) führen. Dieser Begriff umfasst verschiedene Beschwerden, meist verursacht durch die Verengung der Koronararterien (auch Herzkranzgefäße genannt). Die Koronararterien umgeben kranzförmig den Herzmuskel. Sie versorgen ihn mit Blut und somit mit lebensnotwendigem Sauerstoff. Wenn die Gefäße aufgrund von Ablagerungen wie Fetten, Kalk und Bindegewebe verengt sind, wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend durchblutet.
Welche Beschwerden die Angina pectoris umfasst, wie die zugrunde liegenden Erkrankungen erkannt und behandelt werden können – dazu möchten wir Ihnen hier wichtige Informationen geben.
Sollten Sie medizinischen Rat oder andere fachkundige Hilfe unserer Mediziner:innen benötigen, zögern Sie bitte nicht, uns direkt anzusprechen. Wir sind gern für Sie da.
Die Beschwerden der Angina pectoris können vielfältig sein. Oftmals haben sie Ähnlichkeit mit den Symptomen eines Herzinfarkts. Falls Sie eine oder mehrere der nachfolgenden Beschwerden bei sich feststellen sollten, empfehlen wir Ihnen, diese ärztlich abklären zu lassen.
Ein besonderes Augenmerk legen unsere Teams bei der Diagnostik einer Angina pectoris auf die unterschiedlichen Ausprägungen bei Männern und Frauen. Denn wie bei vielen Erkrankungen können die Beschwerden bei Frauen und Männern unterschiedlich ausfallen. Patientinnen berichten zum Beispiel häufiger als Männer über Atemnot und schnelle Erschöpfung bei körperlichen Tätigkeiten, während sie die für Patienten klassischen Brustschmerzen weniger ausgeprägt wahrnehmen.
Auch bei älteren Menschen über 75 Jahren und bei Patient:innen mit Diabetes mellitus können die Symptome schwächer sein oder undeutlich wahrgenommen werden. Ursache hierfür können zum Beispiel Nervenschädigungen sein, die durch die Stoffwechselerkrankung Diabetes (Zuckerkrankheit) ausgelöst werden – dazu zählen unter anderem Taubheitsgefühle oder Kribbeln.
Die Brustenge wird außerdem in zwei verschiedene Typen unterteilt: So sprechen Mediziner:innen von einer stabilen Angina pectoris, wenn die Beschwerden vor allem bei körperlicher Belastung auftreten und nachlassen, wenn die Betroffenen zur Ruhe kommen oder entsprechende Medikamente einnehmen. Die stabile Angina pectoris ist vor allem auf eine Verengung der Herzkranzgefäße (Stenose) zurückzuführen, die den Herzmuskel mit Blut versorgen. Von einer instabilen Angina pectoris ist die Rede, wenn die Beschwerden bereits in Ruhe auftreten. Bezeichnend ist hier, dass die Beschwerden in immer kürzeren Abständen auftreten und immer stärker werden. Hier ist besonders dringlich ärztliche Hilfe erforderlich, da dieses Beschwerdebild auf einen bevorstehenden Herzinfarkt hinweisen kann.
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Bei der Diagnose einer Angina pectoris sind gleich mehrere Schritte zu beachten. Eine unserer Ärztinnen oder ein Arzt führt mit Ihnen ein ausführliches Gespräch zu der Art Ihrer Beschwerden, Begleiterkrankungen und familiärer Vorbelastung (Anamnese). Natürlich werden Sie auch gründlich untersucht und verschiedene Tests mit Ihnen durchgeführt. So können unsere Expert:innen die Symptome präzise erfassen und die möglicherweise zugrundeliegende koronare Herzkrankheit (KHK) identifizieren – die Erkrankung, bei der die kleinen Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen, aufgrund von Kalkablagerungen verengt sind.
Mit diesen wesentlichen Schritten klären wir bei Asklepios ab, ob eine Angina pectoris vorliegt:
Die Behandlung der Angina pectoris soll vor allem die Symptome lindern. Außerdem soll sie das Fortschreiten der zugrundeliegenden Koronaren Herzkrankheit (KHK) verlangsamen und das Herzinfarkt-Risiko reduzieren. Zu dieser Behandlung gehören sowohl Medikamente als auch operative Eingriffe.
Medikamente, mit denen die Angina pectoris behandelt wird, haben verschiedene Wirkstoffe. Sie wirken bei akuten Anfällen, können aber auch vorbeugend eingesetzt werden. Nitrate, wie Nitroglycerin, erweitern zum Beispiel die Blutgefäße und sorgen für eine bessere Sauerstoffversorgung des Herzens. Diese Wirkstoffe werden daher bei akuten Anfällen einer Brustenge eingesetzt. Für die Langzeittherapie werden häufig Betablocker eingesetzt. Mit ihnen werden Herzfrequenz und Blutdruck gesenkt – das entlastet wiederum das Herz. Thrombozytenaggregationshemmer verhindern, dass Blutplättchen zusammenkleben und Klümpchen (Thromben) bilden. So wird das Risiko für Herzinfarkte gesenkt. Zu diesen Medikamenten gehört unter anderem auch die Acetylsalicylsäure (ASS).
Eine Verengung der Herzkranzgefäße kann auch per Herzkatheter behandelt werden. Unter leichter Betäubung wird dabei über das Handgelenk ein dünner Schlauch (Katheter) bis zu den verengten Stellen im Herzen vorgeschoben. Hier wird dann eine kleine metallische Gefäßstütze (Stent) implantiert, die das Gefäß offenhält. Dieser Eingriff verbessert die Blutversorgung des Herzmuskels, kann einem Herzinfarkt vorbeugen und die Beschwerden bei Angina pectoris effektiv reduzieren.
Sollten mehrere Herzkranzgefäße stark verengt sein oder ist ein Eingriff per Herzkatheter nicht möglich, bietet die Bypass-Operation eine weitere Behandlungsmöglichkeit. Dabei werden für Blutgefäße Umgehungen (Bypässe) geschaffen, um das Blut um die verengten Stellen herumzuleiten. Für die Bypässe werden meistens Arterien aus den Unterschenkeln verwendet. Diese Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt und kann die Durchblutung des Herzens langfristig verbessern und die Lebensqualität der Patient:innen steigern.
Neben medikamentösen und operativen Maßnahmen spielen auch Veränderungen des Lebensstils eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Angina pectoris. So sollten Sie auf das Rauchen verzichten und sich ausgewogen und gesund ernähren. Auch eine regelmäßige körperliche Aktivität und die Reduktion von Übergewicht sind wichtige Maßnahmen, um das Risiko von Herzerkrankungen zu senken – und Sie fühlen sich obendrein insgesamt noch wohler.
Das Beschwerdebild der Angina pectoris aufgrund einer Koronaren Herzerkrankung (KHK) tritt häufig nicht allein, sondern im Zusammenhang mit weiteren Erkrankungen auf. Diese können Ursache oder auch Folge der KHK sein. Zur gezielten Behandlung der Angina pectoris müssen auch diese Erkrankungen erkannt und behandelt werden. Hier haben wir Ihnen einige dieser Begleiterkrankungen aufgeführt:
Bei der Behandlung von Angina pectoris ist es wichtig, auch Begleiterkrankungen in den Blick zu nehmen. Sollten Sie unter Symptomen einer Angina pectoris leiden, sprechen Sie uns bitte an – unsere Mediziner:innen bei Asklepios sind gern für Sie da und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan, der ganz auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.